Mister Unflat vs. Herr Schlaumeier
Gestern stand bei FYPS etwas Besonderes auf dem „Mittagstisch“: eine Schleckmatte mit Quark, garniert mit nur ein paar wenigen Futterstückchen. Nicht etwa aus Sparsamkeit – vielmehr hatte er sich zuvor im Training schon eine ordentliche Portion Futter verdient.
FYPS hat in letzter Zeit viel gelernt. Zum Beispiel, geduldig auf sein Futter zu warten. Und so kam ihm diese kleine Abwechslung in Form der Schleckmatte sehr gelegen.
Anfangs haftete die Matte noch am Bodenfliesen. Doch wer FYPS kennt, weiß: Wenn er sich einer Aufgabe widmet, dann mit vollem Einsatz. Durch seine durchaus „engagierte Bearbeitung“ löste sich die Schleckmatte schließlich vom Boden.
Und genau an diesem Punkt wurde es interessant.
Denn FYPS hatte – ganz selbstverständlich – seine eigene Lösung für dieses neue „Problem“.
Die Art, wie er damit umging, brachte mich unweigerlich zum Schmunzeln.
War das jetzt unflätig?
Oder einfach nur schlau?
Vielleicht auch schlicht… praktisch?
Diese kleine Szene erinnert mich immer wieder an etwas, das im Hundetraining – und eigentlich auch im Leben – eine große Rolle spielt: Es gibt selten nur einen einzigen Weg, der zum Ziel führt.
Wir Menschen sind unterschiedlich. Unsere Hunde sind unterschiedlich. Und letztlich sind alle Lebewesen einzigartig in der Art, wie sie lernen, ausprobieren und Lösungen finden. Warum also sollte es nur den einen richtigen Weg geben, etwas zu verstehen?
Genau deshalb liebe ich Weiterbildungen und den Austausch mit Trainerkolleginnen. Jede neue Perspektive eröffnet wieder einen anderen Blick auf Verhalten, Lernen und Kommunikation. Und genau diese Vielfalt bereichert auch die Arbeit mit den Hunden.
Für mich bleibt es immer wieder faszinierend, Lebewesen beim Denken, Probieren und Lernen beobachten zu dürfen – und sie auf ihrem ganz eigenen Weg ein Stück zu begleiten.
Und FYPS? Der hat gestern jedenfalls bewiesen:
Manchmal liegt zwischen „unflätig“ und „genial“ nur ein sehr schmaler Grat. 🐾